Menschenplage

geschrieben vom Bären Miscéc unter Mithilfe seines guten Freundes Seppl

Überall sind sie, die Menschen. Und wenn wir schreiben überall, dann meinen wir das auch so. Dass sie ihre Städte zuparken und die umliegenden Gegenden zumüllen, darüber können wir ja noch großzügig hinwegschauen. Aber mittlerweile machen sie noch nicht einmal mehr vor unseren Wäldern halt. Sie latschen durch das Wohnzimmer unserer Artgenossen, werfen ihre mitgebrachten Einweggetränkebehälter irgendwo hin, ohne sich darüber Gedanken zu machen, dass das Zeug tausende von Jahren braucht, um endlich mal Anstalten macht, zu verwesen. Im Wald ist es ja üblicherweise so, dass alles seinen natürlichen Weg findet. So werden tote Tiere von Aasfressern abgenagt und um den Rest kümmern sich dann die Würmer und Käfer. Selbst die Knochen finden im Erdreich nach einigen Jahren ihre Weiterverwertung. Asche zu Asche, Staub zu Staub. So steht es schon in der Bibel. Nur diese Polyethylenflaschen und Taschen aus Polyvinylchlorid werden von der Natur niemals zersetzt. Sie bleiben für immer dort liegen, wo sie einer dieser Menschen hingeworfen hat. Es sei denn, ein Anderer macht sich die Mühe und räumt diesen Müll weg. Das ist aber weniger bis nie der Fall.

 

Und jetzt beschweren sich diese Menschen auch noch, dass der Wolf und der Luchs in den Wald zurückgekehrt sind. Ganz tolle Tiere, deren Rückkehr eigentlich gewollt ist und man darüber froh sein sollte, dass sie sich vermehren. Das ist nämlich ein gutes Zeichen dafür, dass sie sich wohl in ihrer Umgebung fühlen. Aber der Mensch stört sich plötzlich daran. Zu gefährlich, sagt er. Es soll sogar schon passiert sein, dass ein Wolf einen kleinen Schoßhund zerfleischt hat, der gerade im Wald herumgelaufen ist. Na, sowas! Wie kommt der böse Wolf den nur auf einen solchen Gedanken, sich am zugegebenermaßen geringen Fleisch eines so kleinen, kaputtgezüchteten genetischen Nachfolger seiner Spezies zu erfreuen? Naja, ist halt auch genau durch dessen Speisekammer gelatscht, der schusslige Wauwau.

 

Über die Wespen beschweren sich die Menschen nun auch noch. Wespenplage! Lebensgefahr! Dass ich nicht lache!! Den Wespen ist der Mensch sowas von egal. Die schwirren lieber ab, als sich über den Menschen Gedanken zu machen. Nur wenn man sie angreift, schlägt oder nach ihnen pustet. Dann wehren sie sich. Ist ja auch völlig klar für jemanden mit gesundem Bärenverstand. Wie das bei den Menschen ist, können wir nicht beurteilen.

 

Also, liebe Leute. Lasst die Tiere so sein, wie sie sind und wundert euch nicht, wenn ihr durch das Schlafzimmer von einem Luchs wandert und ein solcher euch dann in den Hintern beißt, weil er seine Frau und die Kinder beschützen will. Und die Wespen sind eh nimmer lange da. Denn bald schon ist wieder Zeit für den Winterschlaf, welchen wir übrigens auch gerne machen… und zwar ungestört. 

 

Herzliche Grüße, 

Miscéc und Seppl

 

07. August 2015